Donnerstag, 15. Januar 2015

Knigge 2.0: Interview mit Henry de Winter

Der Berliner Ausnahmesänger Henry de Winter über Stilgefühl trotz Smartphone.
Bild: Peter Brosius/Henry de Winter

"Am Tisch mit dem Handy spielen, Telefonieren im Restaurant – wie verhält man sich heutzutage richtig mit dem Smartphone?

Nur noch selten kommt es vor, dass in einem Restaurant zwei Leute wirklich miteinander reden, stattdessen haben sie ihr Smartphone in der Hand. Für die meisten sind die gängigen Benimmregeln, wie Grüßen, Smalltalk und das Benehmen bei Tisch noch aus der “Kinderstube” bekannt und werden dementsprechend angewandt. Doch bei dem Umgang mit Handys in Gegenwart anderer Menschen nützt das Wissen der bekannten Knigge-Regeln wenig." (Zitat aus meinem Artikel für medien-mittweida.de)

Der Ausnahmesänger Henry de Winter aus Berlin, hat seinen vornehmen einzigartigen Stil und eleganten Auftreten komplett den 20er, 30er und frühen 40er Jahren gewidmet. Kein besserer Experte in Sachen Stilgefühl und Manieren, fiel mir ein als ich einen Blogpost über Knigge-Regeln im Zeitalter der Technik schreiben wollte.

Herr de Winter war so nett mir ein paar essentielle Fragen über den Umgang mit Smartphone zu verraten und wie man trotz ständiger Erreichbarkeit Contenance bewahrt.

Handy am Tisch – o.k. oder absolutes NoGo?

Wenn man zu einem Essen eingeladen ist, oder sich trifft - egal, ob mittags oder abends, sollte man das Handy aus- oder in Flugmodus schalten, da es beim Essen stören könnte!

Zu welchen Themen sollte man niemals SMS und Co. benutzen?

Ich persönlich würde folgende Themen generell nicht am Handy besprechen wollen:
a) Beendigungen von Beziehungen/Partnerschaften (gehört sich nicht: Wenn man eine Zeit zusammen war, sollte man den Mut haben, dem Partner persönlich die schlechte Nachricht mitzuteilen!)
b) Politik
c) Streitgespräche


Verderben Handys unsere guten Manieren?

Bis zu einem bestimmten Punkt verderben Handy's sicher unsere Manieren:
a) Die Leute laufen durch die Stadt und schauen unentwegt auf ihr Handy (kann Zusammenstöße verursachen)
b) In den öffentlichen Verkehrsmitteln ebenso (man bekommt nicht mehr mit, ob sich eine ältere/gebrechliche Person in der Bahn/im Bus befindet, so daß man aufsteht)
c) Auf Parties sind die Leute dauernd am Photographieren und am SMS senden - das nervt doch.
Ich persönlich schalte das Handy schon ab und an aus, da ich auf dem Standpunkt stehe: Nur Personal muss dauernd erreichbar sein!


Vielen Dank für das Interview Henry de Winter!

Kommentare:

  1. Henry de Winter1/15/2015

    Gern geschehen, Herr Hanisch!

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  2. Das Thema "Handy" haben wir immer beim Brunchen mit Oma und Opa. Die meckern dauernd über das Ding. Sagen, dass die Leute sich nicht mehr unterhalten in der Bahn. Früher war ja alles anders. War es eben nicht. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern wo noch nicht jeder ein Handy hatte, da saßen auch alle schweigend in der Bahn und lasen Zeitung oder Bücher. Das Medium hat sich nur geändert. Und ich finde durch das Handy hat man auch mit Menschen Kontakt, die man nicht ständig sieht. Speziell über Facebook sehe ich Dinge von Menschen, die weit weg wohnen und nehme trotz der Entfernung aktiv an ihrem Leben teil. Das ist doch schön.
    Klar, beim essen nehme ich es erst gar nicht mit, da bleibt es in der Handtasche, lautlos. Mein Handy ist eh immer auf lautlos. Ich bin erreichbar aber antworte trotzdem erst wenn ich Zeit habe.

    Schönes kurzes Interview : D Regt auf jedenfall zum nachdenken an, wenn man zu viel am Handy ist.

    Süße Grüße
    Alison von TeaCatsandGlitter

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